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Bilder aus den S�gesen und Lolo

9781465551313
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Library of Alexandria
Overview
Wie dieser Seee, des weißen und schwarzen, Patoisnamen: biantch mâ, nor mâ! dunkel und vokalisch heraufkommen aus der fernen Tiefe eines romanischen Dialekts, so liegen sie da, klüftig und zerrissen in der entflammten Orgel des Sturms. In den Kesseln flattert und rast das Geschiebe des Nebels, das Wasser zischt auf und dampft und die aufgesteilten Wände der Felsen bis in das Gesträhne des Fichtenmeers hinauf steigt das riesige Gejohl des Winds. Plötzlich mit überanstrengtem Gebrüll reißt der Sturm die eine Seite, frei von Nebeln, nackt auf und die Flanke des gegenüberliegenden Ufers steht steil mit ausgemeißelten und nordisch kühnen, angestrafften Linien da im leis rauchenden Wasser. Dann wirren Nebel darüber, Wolkenballen sausen brodelnd hinein und in maßlosem Aufruhr tobt die weiche Masse des Dunstes im Griff des Winds. Über den Kamm saust der Sturm, pflückt die Worte vom Mund, rast, zischt und heult wie eine Sirene. Nimmt Nebelmassen, knetet sie zusammen, wirft sie in die Luft auf wie Fontänenstrahlen, knattert in einem endlosen Zug sie über den Kamm und klatscht sie gleich Fahnen gegen den Rand der aufsteigenden Kieferwälder, die knirschen und rauchen. Wolken fliegen wie Ballen über die Haide und schnüren die Ferne zu. Tau perlt im Gestrüpp und als zwei Hunde mit erschütterndem Gekläff hinter einem Hasen jagend Kreise über die Haide ziehen, bricht die Sonne das erste tiefblaue Loch in die Revolte. Und nun strömt der Rauch aus den Schluchten, überall steigen aus den Altaren der Forste weiße Dampfschwaden in die ausgebreitete Wärme und Täler tauchen heraus, die schroff sind mit den Kanten der Felsen, den Kanzeln aus Granit und rotbrauner Haide. Doch alles ist noch ohne Jahreszeit, ist so später Herbst wie es aufkommender Sommer sein könnte, ist anonyme Jahreszeit, Zeitlosigkeit im Sturm, sind Felsen, die sich beruhigen im Ansturm der Winde, Forste, die in der Sonne liegen und denen Herbst kein Blatt verfärbt und Frühling nichts bedeutet, sondern nur dieses: Sturm! Und überall strahlend in den aufgewölbten Mittag brechen die Teiche auf und die Weiher, die tiefeingebettet in den Höhlen liegen, auf denen, leicht bewegt, die Sonne nun verzittert wie ein engmaschiges, tiefrotes Netz, oder die glasig geschliffen hochstarren gleich Jade und gedunkeltem Malachit